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Paraphrases Brillantes - Rezensionen
Grischa M. Freimann: Badische Zeitung (28. August 2010)
In der Musik des 19. Jahrhunderts bezeichnet eine Paraphrase eine Fantasie über beliebte Melodien, oft für Klavier, gelegentlich auch mit weiteren Instrumenten besetzt. Diese Werke erfreuten sich großer Beliebtheit, boten sie doch die Möglichkeit, das ursprüngliche Werk weitab großer Konzertsäle und Opernhäuser bekannt zu machen. Opernparaphrasen italienischer und französischer Opern des 19. Jahrhunderts sind Thema der neu erschienenen CD "Paraphrases Brillantes" der Schweizer Musikerinnen Miriam Terragni (Flöte) und Catherine Sarrasin (Klavier), die, beide auch an der Musikhochschule Basel ausgebildet, seit 2001 zusammen musizieren und auch als Solisten vielfach mit Preisen dekoriert wurden. Viele der gespielten Opernparaphrasen sind Welt-Ersteinspielungen, deren Noten von den Musikerinnen neu herausgegeben wurden. Entsprechend ihrem Charakter als Opernparaphrase sind viele der Werke Bravourstücke, die die Musikerinnen mit Leichtigkeit bewältigen. Dass die Virtuosität aber nie zum Selbstzweck gerät, zeigen die eher elegischen Passagen der Werke, die einfühlsam gestaltet werden. Differenziert werden die Passagen ihrem jeweiligen Charakter nach gestaltet, musikalisch bilden die Interpretinnen eine wohltuende Einheit. Musikalisch werden große Spannungsbögen aufgebaut, es wird intensiv, oftmals herzzerreißend, gestaltet, wobei die Musikerinnen das ihnen zu Gebote stehende breite dynamische Spektrum souverän einsetzen. Organisch wird das Tempo variiert, die lebendige Gestaltung der Paraphrasen zeigt, dass den Interpretinnen auch der Handlungsverlauf der zu Grunde liegenden Opern bestens bekannt ist.
"Paraphrases Brillantes" wird bei einem Konzert heute, 29. August, um 19 Uhr in Schloss Bürgeln vorgestellt. Erschienen ist die CD bei Guild unter der Nummer GMCD 7345.
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